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Teamarbeit abseits von Leid – Regeln für ein erfolgreiches Miteinander

Jobwelt-Coaching #blog

Egal in welchem beruflichen Umfeld man sich bewegt, das Wort Teamarbeit hat oftmals irgendwie einen bitteren Beigeschmack. Nicht umsonst gibt es die sarkastische Ausformulierung des eigentlich neutral gemeinten Wortes Team: "Toll, ein anderer macht’s." Oft hört man von unzuverlässigen KollegInnen, nicht eingehaltenen Deadlines oder Abmachungen, Hierarchiekämpfen innerhalb der Gruppen, Chaos und mittelmäßigen Teamleistung aufgrund einiger fragwürdiger Beiträge zur Gesamtleistung.

Gerade in jungen Unternehmen ist Teamfähigkeit eine Eigenschaft, die nicht nur vorausgesetzt wird, sondern ohne der man den beruflichen Alltag eigentlich nicht mehr überstehen kann. Verschiedene Projekte die sich überschneiden, immer wieder neue KundInnen, ProjektleiterInnen und PartnerInnen, mit denen man etwas auf die Beine stellen muss. Auch an der Universität ist es üblich, dass man in jedem Semester mit verschiedensten Charakteren ein paar Monate an einem Thema arbeiten und es am Ende präsentieren muss. Der Weg zum Endergebnis kann zwischen Bereicherung und Spießrutenlauf alles sein. Ob die Zusammenarbeit einen positiven oder negativen Eindruck hinterlassen wird, ist nicht nur eine Entscheidung des Schicksals. Man kann auch selbst zu einer guten Kooperation beitragen.

Nur wie?

Da man sich immer wieder in unterschiedlichen Gruppen vorfinden kann, bedarf es bestimmter Regeln, die man einhält. Natürlich muss man bedenken, dass bei jedem Zusammentreffen unterschiedlicher Menschen auch individuelle Dynamiken entstehen, die man eben auch berücksichtigen muss. Unter Einhaltung gewisser Richtlinien kann Zusammenarbeit sehr ertragreich sein und auch riesigen Spaß machen. Oder woher kommt wohl das Sprichwort „das Ganze ist mehr als die Summe der Teile“?

Klare Regeln von Anfang an!

In mancherlei Hinsicht ähneln wir Erwachsenen Kindern sehr: Auch wir brauchen gewisse Regeln und Strukturen, an die man sich halten bzw. nach denen man sich richten kann. Die Gruppenregeln schaffen Klarheit und sind erst dann oder besonders dann sinnvoll, wenn über einen längeren Zeitraum zusammengearbeitet wird. Somit weiß jedes Mitglied, wo die Grenzen liegen und wie und ob eine mögliche Überschreitung geahndet wird. Wie viel zu spät zu spät kommen ist okay? In welcher Phase der Besprechung ist es okay, wenn man permanent auf’s Handy schaut? Welche Kommunikationsregeln gelten? Die Regeln sollten einfach, klar und wenige sein. Wenn es mehr als 10 Regeln gibt, besteht ein hohes Risiko, dass keine richtig eingehalten wird. Eine gut überschaubare Zahl liegt bei 5.

Ziele

Eine Gruppe kommt immer dann zusammen, wenn sie ein gemeinsames Ziel verfolgt. Manchmal ist dieses von Anfang an klar, andere Male muss es aber auch erst erarbeitet werden. Vor allem, wenn es sich um gruppeninterne Ziele handelt: Bis wann sollen die ersten Teile des Projekts fertig sein. Wann soll wer was wie abgegeben haben? Wann sollen weitere Treffen stattfinden und zu welchem Thema? Was ist das Endziel der Zusammenarbeit? Selbst wenn dieses schon von vornherein bewusst ist, ist es hilfreich, es noch einmal gemeinsam durchzugehen. So können etwaige Fragen und Unklarheiten geklärt werden, oder weitere Ideen generiert werden.

Teilschritte

„Rome wasn’t built in a day“ ist nicht nur ein weit verbreitetes Sprichwort, es lässt sich auch erklären, warum es nicht in einem Tag erbaut wurde. Immer, wenn etwas Größeres entstehen soll, gibt es verschieden Phasen. Allen voran geht fast immer die Planungsphase. Dabei wird das gesamte Vorhaben (wie der Name bereits sagt) geplant. Im Stadium der Durchführung ist es ebenfalls wichtig, dass die einzelnen Aufgaben von dem verschiedenen TeilnehmerInnen in Etappen gemeistert werden. Denn, wenn man sich nur auf das große Ganze fixiert, kann es leicht passieren, dass man sich überfordert fühlt und sich nicht mehr aussieht. Teilbereiche oder Aufgaben in kleinen Happen, sind leichter überschaubar und auch leichter „verdaulich“.

Abklären von Soll und Ist

Es ist nicht nur schwierig, sein Ziel zu erreichen, wenn man nicht weiß wo man hin will. Es ist auch schwierig, wenn man sich seiner Ausgangslage nicht bewusst ist. Denn wenn sich eine Gruppe oder ein Individuum nicht bewusst ist, wo sie steht, kann sie auch schwer beurteilen, wo das Endziel sein soll bzw. welche Mittel und welchen Aufwand es bedarf, um dort hinzugelangen. Umso mehr Teamarbeiten oder auch Projektarbeiten man gemeistert hat, desto besser wird das Gespür für die Soll-Ist-Analyse. Diese wird am besten von jemandem angeleitet, der schon erfahrener ist. Dennoch sollten sich alle Teile der Gruppe einbringen.

Kommunikation

Wir haben bereits die Regeln der Gewaltfreien Kommunikation untersucht (mehr). Natürlich kann man nicht von jedem Menschen per se verlangen, dass er/sie diese Regeln beherrscht oder überhaupt schon davon gehört hat. Dies wäre zwar wünschenswert, ist aber utopisch. Die Wahrscheinlichkeit, dass aber zumindest ein paar Leute aus dem Team Ahnung davon haben, ist schon wesentlich höher. Wenn diese die Basics der Gewaltfreien Kommunikation der gesamten Gruppe erklären, wäre dies ein wertvoller Input für das gesamte Gruppenklima. Natürlich gibt es Teams, wo die Kommunikation einfach so passt. Sei es nun aus Vertrautheit, Glück oder langjähriger Zusammenarbeit. Oft findet man sich aber unter nicht vertrauten Menschen wieder, die jeweils andere Kommunikationsstile pflegen. Die Regeln der Gewaltfreien Kommunikation vereinen jedoch alle Stile und bringen eine friedvolle Atmosphäre ein.

Respektvoller Umgang

Sollte niemand in der Gruppe mit dem Begriff „Gewaltfreie Kommunikation“ etwas anfangen können, reicht es auch, wenn man ein paar – eigentlich selbstverständliche – aber dennoch nicht von allen angewandten Verhaltensweisen anwendet:

Ausreden lassen – nachfragen statt urteilen – zuhören – versuchen zu verstehen – sich einbringen – emphatisch sein – an das gemeinsame Ziel denken, statt an die eigenen Interessen – fair bleiben – sich an Abmachungen halten – sich als Teil der Gruppe wahrnehmen und verhalten – Anliegen aller Mitglieder berücksichtigen.

Stärken der einzelnen Mitglieder nutzen

Wenn man eine Gruppendynamik schon einmal von außen beobachtet hat, fällt einem auf, dass es in jeder Gruppenzusammensetzung immer wieder dieselben unterschiedlichen Arten von TeilnehmerInnen gibt. Da findet sich das Alpha-Tier, jene Person, die gerne die Gruppe leiten möchte (selbst wenn es eine Leitung gibt). Dann den/die KritikerIn, den/die Stille(n), den/die PerfektionistIn, den/die mit der Einstellung, dass das Wort „Team“ wirklich die Abkürzung für „Toll ein anderer macht’s“ ist, usw. Während man die Introvertierten oft aus der Reserve locken muss, oder die perfektionistische Person oft bremsen, muss man der nutznießenden Person Aufgaben geben, die sie vielleicht gut kann, um sie ebenfalls ins Boot zu holen.

Wenn es möglich ist, sollte jede Person in der Gruppe die Aufgabe bekommen, die sie möglichst gerne macht. Während ein Teammitglied gerne plant, redet ein anderer wiederum gern mit Menschen. Eine dritte Person hasst dies und recherchiert jedoch total gern und gründlich. Wenn man sich seiner Stärken bewusst ist, kann man diese gleich vorweg erwähnen oder auch seine Erfahrungen. Ein Austausch darüber in der Gruppe mit allen Mitgliedern ist jedoch das Gewinnbringendste. Ich, Du, er und sie – wir alle wollen gebraucht werden und unseren Teil dazu beitragen. Das geht uns am leichtesten von der Hand, wenn uns die Aufgabe liegt und wir aber auch wertgeschätzt werden für die Person, die wir sind.

Rollen zuteilen

Die Zuteilung passiert oft schon aufgrund von Persönlichkeitsstrukturen und Charaktereigenschaften (halb)automatisch. Jemand, der sich gern im Hintergrund aufhält, wird sich kaum einfach so in den Vordergrund drängen (wollen). Dies bringt den Vorteil mit sich, dass man z.B. eine zuverlässige und gut strukturierte Person dazu einteilen könnte, dass sie sich darum kümmert, dass Termine und Deadlines, etc. eingehalten werden. Genaue und penible Persönlichkeiten könnten z.B. die Fakten recherchieren, die man präsentieren muss und die auch exakt stimmen müssen. Es kommt immer auf die Gruppenarbeit oder das Projekt an. Grundsätzlich gilt: Setze die Menschen an Positionen, die ihren Stärken schmeicheln und sie werden fast von allein ihr Bestes geben.

Aufgaben fair verteilen

Auch wenn es verschiedene Rollen und Persönlichkeiten gibt, sollten die Aufgaben vom Aufwand und der Anstrengung her, gerecht verteilt werden. Nur weil Anna besonders aktiv und produktiv ist, heißt das nicht, dass sich alle, die sich eher passiv und im Hintergrund (ver)halten, nicht gleich viel am Gesamtprojekt beteiligen sollen. Und da kommen wir wieder zum letzten Punkt: Solange man jedem Mitglied Aufgaben erteilt, die am ehesten seinen Stärken und seiner Erfahrung entsprechen, wird es diesbezüglich auch wenig Probleme geben.

Teamarbeit kann bereichernd, positiv herausfordernd und horizonterweiternd sein. Es kommt immer darauf an, wie man an eine Sache herangeht. Und wenn man ohnehin Teil eines Teams sein „muss“, dann wäre es die schlaueste Idee, daraus das Beste zu machen. Für seine KollegInnen, für sich selbst und für ein gutes Berufsleben.

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